Jeans - Geschichte / Stoff / Material / Veredelung

Wissenswertes rund um die Jeans 

Denim - der Jeansstoff


Die südfranzösische Stadt Nîmes galt schon schon im 17.Jahrhundert als ein bedeutendes Textilzentrum. Hier wurde auch der besonders haltbare Stoff mit der Bindung `Serge´ gewebt und später auch blau gefärbt. Von diesem `Serge de Nîme´ oder übersetzt `Serge aus Nîmes´ enstand umgangssprachlich der Ausdruck `Denim´ - der Jeansstoff erhielt seinen Namen.
 

Jeans - der Name


Wie überliefert ist, soll das Word `Jeans´ vom Namen der italienischen Hafenstadt Genua abgeleitet worden sein. Als `Genoese´ wurden anfäglich italenische Seeleute aus Genua bezeichnet, die einfach geschnittene Arbeitshosen aus schwerem Baumwoll-Twill trugen. Im Amerikanischen Slang wurden das Word `Jeans´ geformt: Der Name der berühmtesten Workerpants.
 

Baumwolle


Baumwolle ist eine Sehr widerstandsfähige Naturfaser vom Samenhaar des zur Malvengattung gehörenden Gossypium-Strauches. Ihn gibt es in unzähligen gezüchteten Formen und in etwa zwanzig wildwachsenden Arten. Die Samenhaare ( Baumwollfasern ) schützen den Samen in den Kapselfrüchten der Pflanze. Festigkeit, Reinheit, Faserlänge, Faserfeinheit, Glanz und Farbe bestimmen den Preis der Baumwolle und ihr Einsatzgebiet bei der Weiterverarbeitung.

Vorteile der Baumwolle sind unter anderem:

  • Hohe Reißfestigkeit, Saugfähigkeit und Freuchtigkeitsaufnahme
  • Baut sich biologisch ab
  • Lasst sich bleichen, einfärben und bedrucken
  • Synthetische Fasern ( z.B Stretch ) können beigemischt und verarbeitet werden
  • Lässt sich ohne Knitterfalten kochen und bügeln


Baumwolle schreibt Geschichte(n)


 Der älteste archäölogische Nachweis von Kleidung aus Baumwolle stammt aus dem Jahr 2700 v. Chr. und wurde in Mohejo Daro, im heutigen Pakistan, gefunden.
  •  Etwa 2000 - 1527 v. Chr.: Mayas in Guatemala, Yucatan und Mexiko pflanzen Baumwolle an.
  •  10 v. Chr. bis 1925: Indianerstämme in Süden der heutigen USA bauen Baumwolle an.
  •  Um 800 n. Chr.: arabische Kaufleute brachten Baumwollkleidung nach Europa.
  •  Als einer der ersten Europäer sah Christoph Columbus im Jahr 1492 auf seinem Weg nach Amerika auf den Bahamas wie Baumwolle angepflanzt wurde.
  •  19. Jahrhundert: Sea Island Baumwolle von den Inseln vor North Carolina, South Carolina und Georgia kommt nach Ägypten und führte zur Entwicklung der langstapeligen Baumwolle.
  • 1853 ließ Levi Strauss die ersten Jeans aus robustem Baumwollstoff als Hosen für Goldgräber schneidern. Diese schätzten vor allem die Haltbarkeit des Jeansstoffes. Da man die Jeans damals mit dem aus Genua stammenden Farbmittel Bleu de Genues färbte, entwickelte sich langsam die Bezeichnung Blue Jeans. Bald darauf entdeckten Farmer, Eisenbahnarbeiter und Cowboys die bequemen Hosen. Damals wurden zu große Hosen einfach mit einem Gürtel oder Hosenträgern gehalten bzw. zu lange Jeans oft hochgekrempelt.


Baumwolltypen


Man unterscheidet Baumwolle im wesentlichen nach ihrer Faser bzw. Stapellänge. die wichtigsten Arten.
 

1. Texasbaumwolle der Upland Cotton

  • In Mexika und Zentralamerika heimisch. Trägt mit über 95 Prozent zur US-amerikanischen Baumwollproduktion bei. Die Faser mit einer Länge von 21,97 bis 32,81 Millimeter ist auch als `Amerikanische Hochland Baumwolle´ bekannt.

2. Westindische Baumwolle oder Pima Cotton

  • Hat ihren Ursprung in Südamerika. Die Faser hat eine Länge von 31,25 bis 39,06 Millimeter. Der Name Pima wurde von einem in Arizona lebenden Indianerstamm abgeleitet.
3. Indische Baumwolle
  • Bringt kürzere Fasern von 12,5 bis 25 Millimeter hervor. Die Pflanzen stammen aus Indien und Ostasien. In den USA wird diese Art nicht angebaut.
 

Baumwolle: Fakten

 

Baumwolle ist der Rohstoff für Jeans. Für die Herstellung von Jeans werden 0,7 kg Baumwolle verbraucht.
Ein Ballen Rohbaumwolle ergibt etwa 215 Jeans. 
Die bedeutendsten Baumwollproduzenten sind China, Indien, die USA, und Pakistan, Usbekistan, Türkei, Brasilien, Griechenland, Australien, Syrien und Mali.
Die US-Baumwollindustrie arbeitet mit den höchsten Standards bezüglich Qualität, Forschung und Entwicklung. Qualitativ hochwertige Baumwoll-Textilien aus den USA führen das Zeichen ´Cotton USA`. Es Garantiert, das Bauwollartikel aus mehr als fünfzig Prozent aus US-Baumwolle hergestellt wurde.


 

Denimgewicht - Was bedeutet das gewicht für die Jeans


Die Gewichtsbezeichnung `ounce per square yard´ kommt von den amerikanischen Weberein. Die Gewichte der Jeans-Gewebe werden nach dem Web - und Ausrüstungsprozess festgestellt.

  • 1 ounce ( o.z. ) = 28,35 Gramm
  • 1 yard ( yd ) = 0,9144 Meter
  • 1 square yard = 0.8361 m²
Eine Jeans mir dem üblichen Gewicht von 14,5 o.z. wiegt bei einem Verbrauch von 1,25 Meter Stoff mit Zutaten bzw. Ausrüstung ungefähr ein Kilo.
Die hohe Stapaziertfähigkeit des Denim-Gewebes wird durch die einzigartigen Gewichte mit der entsprechenden hohen Fadendichte erreicht. Beispiele der Gewichte bei einer Stoffbreite von 1,50 meter

 

Ounce / Denimgewicht Tabelle

Ounce Square / Yard Gramm pro m² Gramm lfd. Meter
6 203 304
7 237 355
10 339 508
10,5 355 533
11 373 559
11,25 380 570
11,5 389 583
12 407 610
12,5 423 634
13,5 440 660
14 475 712
14,25 484 725
14,5 492 738
15 508 761
15,25 516 774
15,5 524 787
 
  • 6 bis 7 Ouncen wird als sehr leichtes Material bezeichnet und wird für Blusen und Hemden verwendet
  • 8 bis 9 Ouncen ist leichtes Material welches für Blusen, Hemden, Skinnys und Leggings verwendet
  • 10 bis 11,5 Ouncen wird häufig für leichte Jeans ( Sommerqualitäten ) Röcke, Westen und Jacken verarbeitet.
  • 12 bis 13,5 Ouncen ist eine mittlere Qualität  und wird für Hosen und Rocke benutzt.
  • 13,75 bis 15,5 Ouncen ist eine mittelschwere bis schwere Qualität und wird ausschließlich für die Hosenproduktion verwendet.
 

Färben


Wurde bis zum Beginn des 20. Jahrhunders vor allem Säfte aus dem Pflanzen- und Tierreich für das Einfärben von Textilien verwendet, so sind heute fast ausschließlich chemische Färbesubstanzen im Einsatz. Man unterscheidet > Färbemöglichkeiten innerhalb des Produktionsweges ( Düsen-, Flocken-, Faser-, Garn-, Stoff-, oder Stückfärbung ) und > Färbetechniken ( Direktfärbung, Mehrkomponenteneinfärbung ).
​Die älteste Denim - Färbetechnik ist die Indigofärbung :
  • Indigo ist eine tiefblaue Farbe. Der Farbstoff wurde vor Jahrhunderten aus Substanzen der Indego-Pflanze gewonnen und gilt in dieser Form als ältester bekannter Naturfarbstoff. 1897 brachte die Badische Anilin & Sodafabrik ( BASF ), Ludwigshafen, den ersten künstlichen Indogofarbstoff auf den Markt. Vor dem Webvorgang werden Stränge von bis zu 300 Kettfäden mehrmals je nach Intensität in ein Indego-Färbebad getaucht. Verlassen die Fäden das Färbebad, entsteht in Verbindung mir der Luft eine chemische Reaktion. Die vom Faden aufgenommene ursprüngliche gelbe Farbflüssigkeit wird zu blauem Indego.Typisches Merkmal der indegofärbung: Die Farbe zieht nicht vollständig in das Garn ein, sondern schließt sich wie ein mantel um den Faden. Das innere des Fadens bleibt weiß. Bei stark beanspruchten Jeans oder ´Used-Jeans´kommt der weiße Kern der Fäden an den Scheuerstellen zum Vorschein.


Wascharten und Finishes von Jeans


Haben Sie schon versucht Ihrer Mac Jeans ein neues Aussehen zu verpassen ? Früher haben Jugendliche die Jeans mit einer Bürste bearbeitet und versucht, durch stundenlanges schrubben eine andere Optik zu erzielen. Wesentlich einfacher ist folgende Methode: Geben Die dazu drei bis vier Kilo Kieselsteine in Ihre Waschmaschine und lassen Sie diese rund 10 Stunden laufen. Sollte es dabei kirschen und scheppern, ist dies normal. Eine gute Versicherung ist jedoch Voraussetzung. Ganz einfach ist aber, Sie suchen eine der folgenden Wascharten.
 

Bleached Jeans 

  • Beim Vorwaschen der Jeans wird der Lauge ein Anteil Bleichmittel zugefügt. Das entzieht dem Stoff einen Teil der Indigo-Farbe und gibt der Hose ein gleichmäßiges, helleres Blau.
 

Darkstone Washed Jeans 

  • Es werden weniger Bleichmittel und Enzyme eingesetzt. Somit wird ein duncklerer Farbton erzielt.
 

Destructed Finish Jeans

  • Finishing bei dem über krätige Wäsche mit Steinen und anschließendem Sandstrahlen ein getragener individueller Look entsteht, der normalerweise nach langjährigem Tragen einer Jeans entsteht.
 

Double Stone Washed Jeans

  • Die Jeans wird einfach länger gewaschen, als beim normalen Stone Washed-Verfahren und der Anteil der Bimssteine erhöht. Der Effekt: Mehr Abrieb, weicherer Griff, Nähte und Kanten können verfetzt sein.
 

Dirty Finish Jeans

  • Denim gewaschen mit extrem bröckeligen ( crumbly ) Steinen zum Erreichung eines markanten Used-Look. Durch eine Überfärbung etwa mit hellem Braun erzielt man den `Dirty Look´. Die manuelle Bearbeitung ( Scheuern, Bürsten ) von Seitennähten, Taschen und Sitzfalten macht jede Hose zum Unikat. Anschließendes Sandwash sorgt für typischen Dirty-Denim-Griff.
 

Dry Shaved Jeans

  • Die noch unbehandelten Jeans werden leicht von der Hand partiell gebürstet und dann einem kurzen Stone Washed-Gang unterzogen.
 

Dry Stone Jeans

  • Verfahren bei dem die Jeans in leichten Denims nur mit Steinen und ohne Wasser gewaschen werden. Der Jeansstoff bleibt blau, lässt aber das querverlaufende Webmuster der Köperbindung hervortreten.
 

Mill Washed Jeans

  • Der Denim wurde bereits vor seiner weiteren Verarbeitund als Meterware von Stoffhersteller in großen Breitwaschmaschinen vorgewaschen.
 

Navy Washed Jeans

  • In Kombination mit Stone-Wäsche: Die doppelt gefärbte Kette des Denim gibt weniger Farbe ab, so dass eine dunkele Farbhöhe auf den Jeans erhalten bleibt.
 

Old Blue Washed Jeans

  • Beim klassischen Stone-washing wird der Hose durch die Beigabe besonderer Mittel ein Gelbstich gegeben.
 

One Washed Jeans

  • Die Jeans wird ohne chemischen Zusätze einmal im klaren Wasser gewaschen und bleibt tiefblau.
 

Pre Washed Jeans

  • Auch hier wird zuerst vorgewaschen; jedoch wird das spätere Produkt nochmals gewaschen, bis die gewünschte Helligkeit erreicht ist.
 

Raw Jeans

  • ( Roh ), Kennzeichung für Material aus steifem ungewaschenen Denim in dunkel graublauer Farbe. Jeans aus rohem Denim müssen erst eingetragen werden.
 

Sand Washed Jeans

  • Verfeinertes Stone Washed-Verfahren, jedoch werden die Jeans mit kleinen runden Bimssteinen gewaschen. Resultat ist ein voller,weicher Griff
 

Sky Blue - Stone Bleached Jeans

  • Dem Stone-Waschgang wird Bleichmittel, z.B. Chlor zugesetzt. Anschließend wird die Lösung wieder neuralisiert. Die gestonte Jeans wird extrem hell.
 

Rodeo Washed Jeans

  • Finishingverfahren bei dem Jeans nach einer einfachen Wäsche mir einer speziellen Sandstrahltechnik behandelt werden. Das Sandstrahlen erfolgt in unterschiedlicher Intensität. Oben bleibt die Jeans dunkel und wird nach unten hin in Abstufungen immer heller.
 

Stone Washed Jeans

  • Die klassische Waschart für Denim, um der Jeans das Aussehen einer getragenen Hose zu geben. Dazu werden die Hosen in Spezielmaschinen zusammen mt naturbelassenen Bimsstienen gewaschen. Die Steine lösen sich während des Waschvorgangs durch die Reibung fast vollständig auf und sorgen dabei für die gealterte Optik.
 

Superstone Washed Jeans

  • Es werden mehr Bleichmittel und Enzyme als bei der Stone -Wäsche eingesetzt, um einen helleren Farbton zu erreichen.
 

Tinted Jeans

  • ( Leicht eingefärbt ), Ausgerüstung eines Denim, bei der das Material in einer leicht farbigen Flüssigkeit ( z.B. Braun ) getaucht oder gespült wird. Die Jeans erhält dadurch einen leicht bräunlichen Schimmer aud der Materialoberseite. Zu erkenn, wenn linke Warenseite eine durchgängig braune Färbung aufweist.
 

Unwashed Jeans

  • ( Ungewaschen ), Bezeichung für Kleidung aus nach der Fertigung nicht gewaschenden Stoffen.
 

Vintage Washed Jeans

  • Bereits mit Steinen gewaschene Jeans werden durch ein spezielles Verfahren an stark beanspruchten Stellen ( Oberschenkel, Gesäßbereich ) stark aufgehellt.
 

Worn In Jeans

  • Ausgerüstung bei der die Jeans an Stellen wie Taschen, Nähten, Sitz und Kniefalten von Hand gebürstet wird. Danach erfolgt ein kurzer Stone Washed-Vorgang mit anschließend Spülung in leicht bräunlicher Teelösung. Die Hosen erhalten einen eingetragenen Look.


*Viele der hier aufgelisteten verfahren werden bei der Marke Mac Jeans nicht verwendet. Die Marke setzt auf Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Schutz der Personen  die Ihre Jeans Produzieren.


Kein Mangel an Vielfalt


Denim ist ein Kettköper standartmäßig in einer 3:1 Bindung. Das heißt ein Schiffchen mit dem Schussfaden schlüßft unter drei Kettfäden, kommt dann nach oben und geht über einen kettfaden, verschwindet dann wieder unter drei Kettfäden usw. Es entsteht damit ein für diese Bindung typischer Köpergrad. Seit über 100 Jahren ist Denim der Stoff aus dem die Jeans gemacht werden. In kaum ein anderes material wurde so viel Zeit und Mühe für die Entwickling neuer Wasch- und Ausrüstungsverfahren investeiert. Immer wieder erhilten Jeans dadurch ein anderes Gesicht und damit eine neue Optik. Das war und ist gut für die Geschäfte.